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Interview Ferienkur Aschenhütte 2025

Vom 25. Juli bis zum 8. August 2025 fand in diesem Jahr die Ferienkur für leber- und nierenkranke Kinder und Jugendliche im Ferienhaus Aschenhütte in Bad Herrenalb statt. Die Kur ist für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stets ein ganz besonderes Highlight: Die Vorfreude, alte Freunde und Bekannte wiederzutreffen, ist riesig. Für Kinder und Jugendliche, die zum ersten Mal mitfahren, ist die Spannung naturgemäß besonders groß – schließlich verbringen viele von ihnen zum allerersten Mal ihre Ferien ohne die Eltern. Dank der liebevollen und professionellen Betreuung durch ein erfahrenes Ärzte- und Pflegerteam legt sich die anfängliche Aufregung jedoch meist sehr schnell, und die Tage sind geprägt von Gemeinschaft, Freude und unvergesslichen Erlebnissen.

Es freut uns besonders, dass wir mit Vivien, einer Teilnehmerin, ein Interview zur diesjährigen Ferienkur führen konnten. Wir danken ihr sehr herzlich für ihre Offenheit und die Bereitschaft, uns einen persönlichen Einblick in ihre Erfahrungen und Erlebnisse zu geben.

Interview

Vivien: Ich bin Vivien, ich bin 15 Jahre alt und seit elf Jahren nierentransplantiert.

Leonie: Was war dein erster Gedanke, als du erfahren hast, dass du wieder mitfahren kannst?

Vivien: Ich habe mich sehr gefreut und direkt meine Freunde gefragt, ob sie auch mitdürfen. Meistens bekommen alle meine Freunde auch einen Brief und dürfen sich auf die Ferien freuen.

Leonie: Was hat dir dieses Jahr am meisten Spaß gemacht?

Vivien: Vor allem das Reiten und das Schießen im Schützenverein haben mir besonders gefallen.

Leonie: Das klingt echt nach viel Spaß! Gab es ein besonderes Erlebnis oder einen Moment, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Vivien: Es war besonders schön als ein Betreuer Klavier gespielt hat und ein Teilnehmer dazu gesungen hat. Es sind viele Tränen geflossen und wir hatten alle Gänsehaut!

Leonie: Hast du neue Freundschaften geschlossen oder alte Freunde wiedergetroffen?

Vivien: Ich habe sehr viele alte Freunde wiedergetroffen, aber auch viele neue Freunde gefunden. Beispielsweise ein Mädchen von der Dialyse, mit der ich jetzt sehr gut befreundet bin.

Leonie: Wie fühlt es sich an, hier mit anderen zusammen zu sein, die eine ähnliche Erkrankung haben wie du?

Vivien: Die Ferien sind eine tolle Möglichkeit, sich auszutauschen. Vor allem auch mit Kindern, die eine andere Erkrankung haben. Ich wurde zum Beispiel auch gefragt, wie es sich anfühlt nierentransplantiert zu sein.

Leonie: Hast du hier etwas Neues über deine Krankheit oder die Behandlung gelernt?

Vivien: Seit kurzer Zeit habe ich auch eine Art Darmerkrankung. Besonders toll fand ich dann, mich auch mit anderen austauschen zu können, die auch an einer Darmerkrankung leiden. Auch wenn es nicht die gleiche Erkrankung ist, konnten wir uns trotzdem darüber austauschen.

Leonie: Gab es etwas, das dir geholfen hat, im Alltag besser mit deiner Erkrankung umzugehen?

Vivien: Als ich das erste Mal mitgefahren bin, war ich sehr ängstlich und unsicher. Durch andere Kinder, die schon öfter dabei waren, konnte ich lernen besser mit meiner Krankheit umzugehen und selbstständiger zu werden.

Leonie: Wie unterscheidet sich die Ferienkur vom Alltag zu Hause – besonders im Hinblick auf die medizinische Betreuung?

Vivien: Ich finde es sehr schön, dass man die geschulten Leute der Klinik schon kennt. Es ist auch einfach total toll, jeden Tag ein anderes Abenteuer zu erleben und so zusammenzuwachsen.

Leonie: Gibt es eine Aktivität oder ein Erlebnis, das du gerne jedes Jahr wieder machen würdest?

Vivien: Auf jeden Fall! Ich würde mich sehr freuen, wenn wir nächstes Mal wieder in den Schützenverein gehen könnten und reiten gehen. Auch den Holiday Park fand ich echt cool!

Leonie: Wie fühlst du dich nach den zwei Wochen – eher erschöpft oder richtig erholt?

Vivien: Beides! Natürlich sind wir etwas länger aufgeblieben als sonst und dadurch etwas kaputt, aber ich muss sagen, dass ich jedes Jahr als neuer Mensch zurückkomme und sehr erholt bin.

Leonie: Wie wichtig ist es dir, dass die Betreuer hier auch medizinisch geschult sind?

Vivien: Es ist mir schon sehr wichtig. Wir hatten beispielsweise auch einen Praktikanten dabei, der Psychologiestudent ist, was auch sehr interessant war. Aber generell fühlt man sich einfach sicher, wenn einem geschultes Personal beiseite steht und hilft.

Leonie: Das kann ich sehr gut verstehen. Man fühlt sich einfach viel aufgehobener, wenn man weiß, dass einem in einer Notsituation jemand zu Seite stehen kann. Was würdest du einem Kind sagen, das überlegt, zum ersten Mal mitzufahren?

Vivien: Fahr mit! Ich glaube ich habe insgesamt schon vier Kinder überredet mitzukommen. Es macht einfach Spaß und ist auf jeden Fall eine Erfahrung wert!

Leonie: Was nimmst du persönlich aus dieser Zeit mit nach Hause – an Erinnerungen, Freundschaften oder Erfahrungen?

Vivien: Ich nehme super viele Erinnerungen und neue Freunde mit! Und natürlich auch viele Fotos und Videos aus der schönen Zeit, an die ich mich sehr, sehr gerne zurückerinnere!

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